Partizip I (Präsenspartizip):
Das Partizip I wird aus der Grundform eines Verbs gebildet, indem „-end“ an den Stamm des Verbs angehängt wird. Partizip I zeigt meistens eine gleichzeitige Handlung oder einen Zustand an. Beispiele:
Partizip II (Perfektpartizip):
Das Partizip II wird aus der Stammform eines Verbs gebildet, indem „-t“, „-et“ oder „-en“ (oder andere unregelmäßige Formen) angehängt werden. Partizip II wird meistens in Verbindung mit einem Hilfsverb wie „haben“ oder „sein“ verwendet, um die Vergangenheitsform oder das Perfekt einer Handlung anzuzeigen. Beispiele:

Klingt doch gar nicht so schlecht. Was ist jetzt das Problem damit?
Das Problem ist, dass extrem lange Partizipkonstruktionen dazu führen können, dass Sätze komplex und schwierig zu lesen werden.
Partizip I (Präsenspartizip):
Die den ganzen Tag über in der prallen Sonne spielenden und lachenden Kinder vergaßen völlig die Zeit und wurden erst spät am Abend von ihren Eltern zurückgerufen.
Die ausgelassen zur immer lauter werdenden Musik tanzenden Menschen verliehen der Party eine aufregende Atmosphäre.
Partizip II (Perfektpartizip):
Die von einem heftigen Gewitter überraschten und durch den strömenden Regen durchnässten Wanderer suchten Schutz in einer nahegelegenen Hütte.
Die von den anstrengenden Vorbereitungen erschöpfte, doch dennoch lächelnde junge Künstlerin präsentierte stolz ihre neueste Gemäldeausstellung.
Autoren wird geraten, auf derartige Konstruktionen zu verzichten, aus mehreren Gründen:
Wie immer bedeutet das natürlich nicht, dass Partizipkonstruktionen grundsätzlich vermieden werden sollten. Sie können eine nützliche und effektive Methode sein, um Informationen kompakt und anschaulich auszudrücken. Es ist jedoch wichtig, sie mit Bedacht einzusetzen, um die Lesbarkeit und Klarheit des Textes zu gewährleisten. Was man immer im Hinterkopf behalten sollte, ist die einfachste Schreibregel: Schreibe kurz, klar und bildhaft. Belletristische Texte sollten nicht kompliziert zu lesen sein und ein einfacher Schreibstil bedeutet nicht, dass auch der Inhalt einfach ist, sondern nur, dass der Leser sich nicht plagen muss (und das Buch irgendwann entnervt zur Seite legt). Idealerweise ist der Stil leicht lesbar und der Inhalt dennoch gehaltvoll.
Sehr viele, lange und komplizierte Partizipkonstruktionen werden übrigens besonders gern in amtlichen Texten verwendet: „Im Rahmen des gemäß den geltenden gesetzlichen Vorschriften zur Ermittlung der Umweltauswirkungen von geplanten Infrastrukturprojekten durchzuführenden anstehenden Umweltprüfverfahrens wird eine umfangreiche Bestandsaufnahme der ökologischen Gegebenheiten sowie eine umfassende Analyse der potenziellen Umweltauswirkungen in Auftrag gegeben.“
Nicht unbedingt der Stil, den man in einem Roman lesen möchte, oder?
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