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Ratgeber – Lektorat Freund https://lektorat-freund.de Wed, 23 Oct 2024 09:13:39 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 Was ist ein geschütztes Leerzeichen und wofür braucht man es? https://lektorat-freund.de/2024/10/23/was-ist-ein-geschuetztes-leerzeichen-und-wofuer-braucht-man-es/ https://lektorat-freund.de/2024/10/23/was-ist-ein-geschuetztes-leerzeichen-und-wofuer-braucht-man-es/#respond Wed, 23 Oct 2024 09:07:11 +0000 https://lektorat-freund.de/?p=250 Als Lektorin bin ich immer auf der Suche nach den kleinen Details, die ein Manuskript perfektionieren können. Eines dieser unscheinbaren, aber wichtigen Details ist das geschützte Leerzeichen. Doch was genau ist das eigentlich?

Ein geschütztes Leerzeichen ist ein spezielles Leerzeichen, das verhindert, dass Wörter oder Zeichen, die durch dieses Leerzeichen verbunden sind, bei einem Zeilenumbruch voneinander getrennt werden. Das ist besonders nützlich, wenn bestimmte Zeichen oder Abkürzungen unbedingt in einer Zeile zusammenstehen sollen. Ein gutes Beispiel hierfür sind Abkürzungen wie „z. B.“, die bei einem normalen Leerzeichen leicht getrennt werden könnten, oder Zahlen und Maßeinheiten (z. B. „5 km“), die ebenfalls besser in einer Zeile bleiben.

Wo wird das geschützte Leerzeichen verwendet?

Das geschützte Leerzeichen wird besonders in folgenden Situationen benötigt:

  • Abkürzungen: Wörter wie „u. a.“, „z. B.“ oder „d. h.“ sollten nicht auseinandergerissen werden.
  • Zahlen und Einheiten: Eine Zahl und ihre zugehörige Einheit, wie „10 kg“, gehören immer zusammen.
  • Namen: Bei Doppelnamen oder Zusammensetzungen wie „Karl-Heinz Meier“ ist es sinnvoll, zu verhindern, dass der Vorname und der Nachname in unterschiedlichen Zeilen stehen.
  • Datumsangaben: Um zu vermeiden, dass der Tag und der Monat getrennt werden, z. B. „12. Oktober“.
  • Gedankenstrich: Ein einzelner Gedankenstrich (–), der zur Unterbrechung eines Satzes verwendet wird, sollte nicht am Zeilenanfang oder -ende stehen und vom vorherigen oder nachfolgenden Wort getrennt werden.
  • Dreipunkt (Ellipse): Auch die drei Punkte („…“) sollten bei einem Umbruch nicht vom vorherigen Wort getrennt werden. Sie markieren eine Fortsetzung oder Auslassung und sollten in einer Zeile stehen bleiben.

Wie setzt man ein geschütztes Leerzeichen in Word?

Das Einfügen eines geschützten Leerzeichens in Word ist ganz einfach, wenn man den richtigen Tastaturbefehl kennt:

  1. Windows: Halte die Strg-Taste und die Shift-Taste gedrückt und drücke dann die Leertaste.
  2. Mac: Halte die Optionstaste (Alt) und die Leertaste gedrückt.

So fügt Word ein Leerzeichen ein, das den Text an dieser Stelle auch bei einem Zeilenumbruch zusammenhält.

Das geschützte Leerzeichen ist ein kleines, aber feines Werkzeug, das die Lesbarkeit Deines Textes verbessern kann. Ob bei Abkürzungen, Zahlen, Gedankenstrichen oder dem Dreipunkt – es sorgt dafür, dass alles schön beieinander bleibt und der Text sauber und professionell aussieht.

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Das Problem mit Partizipkonstruktionen https://lektorat-freund.de/2023/07/24/das-problem-mit-partizipkonstruktionen/ https://lektorat-freund.de/2023/07/24/das-problem-mit-partizipkonstruktionen/#respond Mon, 24 Jul 2023 05:51:41 +0000 https://lektorat-freund.de/?p=212 Partizipkonstruktionen sind grammatische Konstruktionen, bei denen ein Partizip (Partizip I oder Partizip II) zusammen mit einem Hilfsverb verwendet wird, um zusätzliche Informationen über das Subjekt oder Objekt eines Satzes auszudrücken. Partizipien sind verbale Adjektive und können sowohl aktive als auch passive Bedeutungen haben – und wie wir nun wissen, ist auch bei Adjektiven Vorsicht geboten.

Partizip I (Präsenspartizip):

Das Partizip I wird aus der Grundform eines Verbs gebildet, indem „-end“ an den Stamm des Verbs angehängt wird. Partizip I zeigt meistens eine gleichzeitige Handlung oder einen Zustand an. Beispiele:

  • Der rennende Hund bellte laut. (Das Partizip I „rennende“ beschreibt den Hund und zeigt an, dass er während des Bellens rennt.)
  • Die lachenden Kinder spielten im Park. (Das Partizip I „lachenden“ beschreibt die Kinder und zeigt an, dass sie lachen, während sie im Park spielen.)

Partizip II (Perfektpartizip):

Das Partizip II wird aus der Stammform eines Verbs gebildet, indem „-t“, „-et“ oder „-en“ (oder andere unregelmäßige Formen) angehängt werden. Partizip II wird meistens in Verbindung mit einem Hilfsverb wie „haben“ oder „sein“ verwendet, um die Vergangenheitsform oder das Perfekt einer Handlung anzuzeigen. Beispiele:

  • Der geschriebene Brief liegt auf dem Tisch. (Das Partizip II „geschriebene“ wird mit dem Hilfsverb „liegen“ verwendet, um anzuzeigen, dass der Brief bereits geschrieben wurde.)
  • Die geöffnete Tür führte in den Garten. (Das Partizip II „geöffnete“ wird mit dem Hilfsverb „führen“ verwendet, um anzuzeigen, dass die Tür bereits geöffnet wurde.)

Klingt doch gar nicht so schlecht. Was ist jetzt das Problem damit?

Das Problem ist, dass extrem lange Partizipkonstruktionen dazu führen können, dass Sätze komplex und schwierig zu lesen werden.

Partizip I (Präsenspartizip):

Die den ganzen Tag über in der prallen Sonne spielenden und lachenden Kinder vergaßen völlig die Zeit und wurden erst spät am Abend von ihren Eltern zurückgerufen.

Die ausgelassen zur immer lauter werdenden Musik tanzenden Menschen verliehen der Party eine aufregende Atmosphäre.

Partizip II (Perfektpartizip):

Die von einem heftigen Gewitter überraschten und durch den strömenden Regen durchnässten Wanderer suchten Schutz in einer nahegelegenen Hütte.

Die von den anstrengenden Vorbereitungen erschöpfte, doch dennoch lächelnde junge Künstlerin präsentierte stolz ihre neueste Gemäldeausstellung.

Autoren wird geraten, auf derartige Konstruktionen zu verzichten, aus mehreren Gründen:

  • Lesbarkeit und Verständlichkeit: Lange Partizipkonstruktionen können Sätze komplex und verworren machen, was die Lesbarkeit und das Verständnis für die Leser erschwert. Wenn ein Satz zu viele Partizipien enthält, kann es schwierig sein, den Hauptgedanken zu erfassen und den Satz flüssig zu lesen. In der Regel ist es ratsam, solche Konstruktionen in angemessener Länge zu halten und gegebenenfalls durch andere Satzstrukturen zu ersetzen, um die Klarheit und Verständlichkeit des Textes zu gewährleisten.
  • Satzstruktur und Variation: Übermäßige Verwendung von Partizipkonstruktionen kann zu einer eintönigen Satzstruktur führen. Autoren sollten bestrebt sein, ihre Sätze abwechslungsreich zu gestalten, um das Interesse der Leser aufrechtzuerhalten. Durch die Kombination verschiedener Satzstrukturen, einschließlich einfacher und komplexer Sätze, kann der Text lebendiger wirken.
  • Präzision und Klarheit: Manchmal können Partizipkonstruktionen mehrdeutig oder unklar sein, wenn sie nicht sorgfältig verwendet werden. Es ist wichtig sicherzustellen, dass die Partizipien eindeutig auf das richtige Subjekt oder Objekt im Satz verweisen, um Missverständnisse zu vermeiden.
  • Vermeidung von Fehlern: Die Verwendung von Partizipkonstruktionen erfordert eine sorgfältige Beachtung der Grammatik und Syntax. Unnötige oder falsch platzierte Partizipien können zu grammatikalischen Fehlern führen und die Qualität des Textes erheblich beeinträchtigen.
  • Stilistische Überlegungen: Der Schreibstil eines Autors kann auch eine Rolle spielen. Manche Autoren bevorzugen einen klaren und direkten Stil ohne übermäßige Verwendung von Partizipien.

Wie immer bedeutet das natürlich nicht, dass Partizipkonstruktionen grundsätzlich vermieden werden sollten. Sie können eine nützliche und effektive Methode sein, um Informationen kompakt und anschaulich auszudrücken. Es ist jedoch wichtig, sie mit Bedacht einzusetzen, um die Lesbarkeit und Klarheit des Textes zu gewährleisten. Was man immer im Hinterkopf behalten sollte, ist die einfachste Schreibregel: Schreibe kurz, klar und bildhaft. Belletristische Texte sollten nicht kompliziert zu lesen sein und ein einfacher Schreibstil bedeutet nicht, dass auch der Inhalt einfach ist, sondern nur, dass der Leser sich nicht plagen muss (und das Buch irgendwann entnervt zur Seite legt). Idealerweise ist der Stil leicht lesbar und der Inhalt dennoch gehaltvoll.

Sehr viele, lange und komplizierte Partizipkonstruktionen werden übrigens besonders gern in amtlichen Texten verwendet: „Im Rahmen des gemäß den geltenden gesetzlichen Vorschriften zur Ermittlung der Umweltauswirkungen von geplanten Infrastrukturprojekten durchzuführenden anstehenden Umweltprüfverfahrens wird eine umfangreiche Bestandsaufnahme der ökologischen Gegebenheiten sowie eine umfassende Analyse der potenziellen Umweltauswirkungen in Auftrag gegeben.“

Nicht unbedingt der Stil, den man in einem Roman lesen möchte, oder?

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Schreibtipp: Adjektive meiden https://lektorat-freund.de/2023/07/20/schreibtipp-adjektive-meiden/ https://lektorat-freund.de/2023/07/20/schreibtipp-adjektive-meiden/#respond Thu, 20 Jul 2023 08:46:36 +0000 https://lektorat-freund.de/?p=186 In der Schule haben wir gelernt, wie wir durch den Einsatz von Adjektiven unsere Texte bunter und detaillierter gestalten können. Sie verleihen unseren Beschreibungen Farbe und Emotion und scheinen daher ein wichtiges Werkzeug für jeden angehenden Autor zu sein. Doch in der Welt des kreativen Schreibens hören wir oft den Rat, Adjektive zu meiden.

Was ist dran an dieser Empfehlung?

Warum sollte man als Autor auf eine übermäßige Verwendung von Adjektiven verzichten?

Und was soll man stattdessen tun, um anschaulich zu schreiben?

Tatsächlich ist es richtig, dass viele erfahrene Autoren dazu raten, den übermäßigen Gebrauch von Adjektiven zu vermeiden. Warum? Weil ihre Verwendung oft dazu führt, dass der Text überladen und unnötig blumig wird. Ein Roman, der vor Adjektiven nur so strotzt, liest sich oftmals eher wie ein Werbetext, bei dem es jemand besonders gut gemeint hat. Anstatt den Leser in die Welt der Geschichte einzubeziehen, kann dies den Lesefluss erheblich stören, das Tempo drosseln und die Aufmerksamkeit von der Handlung ablenken.

Ein häufiges Problem bei der Verwendung von Adjektiven ist, dass sie „erzählend“ wirken, anstatt den Leser selbst zu den Bildern zu führen. Statt zu zeigen, wie ein Charakter sich fühlt oder wie die Umgebung aussieht, beschreibt der Autor diese Dinge einfach. Dies kann die Leser davon abhalten, wirklich in die Geschichte einzutauchen und eigene Bilder in ihren Köpfen entstehen zu lassen. Die Leser sind nur Zuschauer. Wir wollen jedoch erreichen, dass sie „mittendrin“ sind.

Wie schafft man das aber?


„Show, don’t tell“

Die Lösung besteht darin, sich auf das sogenannte „Show, don’t tell“-Prinzip zu konzentrieren. Durch diese Technik kannst Du die Leser in die Geschichte eintauchen lassen und sie emotional mitnehmen.

Anstatt Dinge einfach zu erzählen, kannst Du durch Handlungen, Dialoge und innere Monologe zeigen, was passiert oder wie der Protagonist sich fühlt. Wenn Du Adjektive meidest, öffnest Du den Raum für andere Elemente wie Dialoge oder Gesten. Durch gut platzierte Dialoge kannst Du z. B. die Beziehungen zwischen den Charakteren verdeutlichen und ihre Emotionen auf subtile Weise enthüllen. Ein Gespräch zwischen Charakteren kann oft mehr über sie verraten als eine Flut von Adjektiven.

Ein weiterer Vorteil diese Methode ist übrigens, dass sie schlichtweg länger ist. Indem Du „Show don’t tell“ nutzt, kannst Du, statt eines einzelnen Adjektivs, oftmals mehrere Zeilen oder sogar ganze Seiten füllen, um Dinge anschaulich zu beschreiben.

Um ein ganz einfaches Beispiel zu nennen:

Tell: „Der Kaffee war heiß.“
Wir erzählen dem Leser, dass der Kaffee heiß war.

Show: „Sie nippte am Kaffee und verbrannte sich dabei die Zunge.“
Wir zeigen, dass der Kaffee heiß war – ganz ohne Adjektiv.

Noch ein Beispiel, etwas ausführlicher:

Tell: „Sie war aufgeregt.“

Show: „Die Hand, in der sie das Mikrofon hielt, begann unkontrolliert zu zittern. Sie fürchtete, jeden Moment in Ohnmacht zu fallen. Ihr Herz pochte ihr bis zum Hals und es war so laut, dass sie sicher war, alle im Saal könnten es durch die Lautsprecher hören. Ihr Mund war staubtrocken. Würde sie so überhaupt einen Ton herausbringen?“

In beiden Varianten geht es um eine Person mit Lampenfieber. Nur dass in der ersten Variante davon erzählt wird, während es in der zweiten gezeigt wird. Show ist anschaulich, es lässt mitfühlen. Jeder kennt das Gefühl von schweißnassen Händen und Herzrasen.

Aber nicht nur Emotionen können durch diese Technik transportiert werden. Auch für Beschreibungen eignet sie sich gut. So erfährt man im zweiten Beispiel nicht nur, dass die Protagonistin sehr aufgeregt ist, man erfährt gleichzeitig, dass sie vor einem Mikrofon steht, vermutlich auf einer Bühne, in einem Saal, und dass sie entweder singen oder vor Menschen sprechen muss. Man kann sich gleich viel mehr darunter vorstellen und als Autor umgehst Du zusätzlich eine langweilige Beschreibung der Umgebung.

Apropos Beschreibungen: Weniger ist meistens mehr. Ausufernde Beschreibungen langweilen und nehmen das Tempo. Meist sind ein, zwei Sätze vollkommen ausreichend. Dinge, die jeder kennt, muss man überhaupt nicht beschreiben. Aber auch das ist genreabhängig. In manchen Genres (z. B. New Adult) wird mehr Wert auf Beschreibungen gelegt, in anderen (z. B. Thriller) sollte man eher auf ein zügiges Tempo achten.

Vergleiche

Auch mit Vergleichen kannst Du arbeiten, um Deine Geschichten lebendiger und anschaulicher zu gestalten und Adjektive zu vermeiden. Vergleiche ermöglichen es uns, komplexe Ideen oder Situationen zu veranschaulichen, indem wir sie mit etwas Vertrautem oder Bekanntem in Beziehung setzen.

  • Simile-Vergleiche sind direkte Vergleiche, die häufig mit den Wörtern „wie“ oder „als“ eingeleitet werden. Sie helfen, eine Verbindung zwischen zwei verschiedenen Elementen herzustellen, um eine klare Vorstellung zu vermitteln: „Seine Stimme klang wie das Flüstern des Windes.“
  • Metaphern sind indirekte Vergleiche, bei denen ein Objekt oder eine Idee als etwas anderes dargestellt wird, um eine tiefere Bedeutung zu vermitteln. Metaphern helfen, abstrakte Konzepte in bildliche Vorstellungen zu übersetzen: „Seine Worte waren wie Pfeile, die mein Herz durchbohrten.“
  • Die Personifikation ist eine besondere Art des Vergleichs, bei dem unbelebte Gegenstände oder abstrakte Ideen menschliche Eigenschaften und Handlungen erhalten. Dadurch werden sie greifbarer und lebendiger. „Die Sonne lacht.“

Starke Substantive und Verben

Anstelle von Adjektiven kannst Du Dich auch auf starke Substantive und Verben konzentrieren, um Deine Szenen lebendig und anschaulich zu gestalten. Ein gut gewähltes Substantiv oder Verb kann oft mehr aussagen als eine lange Liste von Adjektiven und verleiht dem Text eine besondere Kraft und Präzision.

Statt zu schreiben, dass ein Haus „groß“ ist, kannst Du schreiben, dass es ein „Wolkenkratzer“ oder ein „Herrenhaus“ ist.

Ein weiteres Problem mit den Adjektiven ist nämlich folgendes: Häufig sind sie nichtssagend. Unter Worten wie „schön“, „außergewöhnlich“, „attraktiv“, „hochwertig“, „groß“ etc. kann man sich nichts Konkretes vorstellen.

Soll ich also gar keine Adjektive verwenden?

Selbstverständlich ist es nicht möglich, komplett auf Adjektive zu verzichten und das ist auch nicht das Ziel. Du solltest jedoch darauf achten, dass Deine gewählten Wörter aussagekräftig und präzise sind, um Deine Beschreibungen zu verstärken und die Vorstellungskraft Deiner Leser zu beflügeln.

Aussagekräftige Adjektive vermitteln lebhafte Bilder und Emotionen. Sie ermöglichen es den Lesern, sich die beschriebenen Szenen, Charaktere und Umgebungen lebhaft vorzustellen: „Majestätisch“, „verlockend“, „zerbrechlich“, „ungestüm“, „verwildert“, … All diese Wörter lassen ein Bild im Kopf entstehen.

Schwache und vage Adjektive hingegen schaffen das nicht, im Gegenteil – sie können die Kraft Deiner Beschreibungen erheblich schwächen. „Schön“, „gut“, „interessant“, „schlecht“. Darunter kann man sich nichts vorstellen.

Insgesamt gilt also, dass die Verwendung von Adjektiven nicht grundsätzlich falsch ist, aber sie sollten sparsam und gezielt eingesetzt werden. Helfen kann Dir dabei u. a. das „Show don’t tell“-Prinzip.

ABER …

Nicht alles muss ausufernd gezeigt werden. Für manche Informationen reicht ein kurzer Nebensatz. In manchen Büchern wird permanent auf der Unterlippe gekaut, alle paar Seiten werden Augenbrauen hochgezogen und Augen aufgerissen, sodass es manchmal schon fast lächerlich wirkt und man sich fragt, ob es ein einfaches Adjektiv nicht auch getan hätte. Hinzu kommt, dass auch bei Show die Elemente begrenzt sind. Es gibt eben nur eine Handvoll Gesten, die Schüchternheit sicher zeigen können. Manchmal ist auch nicht ganz ersichtlich, welche Emotion nun gezeigt werden soll. Wie zieht jemand eine Braue nach oben? Spöttisch? Herausfordernd? Aufreizend? Auch bei Show kann vieles an Information verloren gehen. Deshalb ist die richtige Dosierung wichtig.

Ob Show oder Tell, das gibt letztlich die Szene vor. Manchmal sind Tell und ein starkes Adjektiv ausreichend. Aus manchen Szenen kann man aber durchaus mehr herausholen, wenn man dem Leser anschaulich zeigt, was passiert.

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